CLICKERTRAINING

FÜNF GUTE GRÜNDE


Für Hamster ist das Clickertraining realtiv umstritten. Gegner äußern, dass es sich hierbei um keine artgerechte, natürliche Beschäftigung handelt. Wir jedoch finden, dass es einige gute Gründe gibt um mit seinem Hamster  zu clickern:

 

1. Die Clickermethode arbeitet mit dem Belohnungsprinzip, das bedeutet, dass positives Verhalten mit einer Belohnung bestärkt wird. Zusätzlich wird auf jede Form der Strafe und negativen Verstärkung verzichtet. Sollte das Tier das "Kommando" nicht verstanden haben oder keine Lust haben, bekommt es einfach keine Belohnung.

 

2. Zusätzlich bietet das Clickertraining eine tolle Abwechslung zum Alltag. Viele Hamster neigen auf Grund von Unterforderung zu Stereotypen wie unablässiges Laufradlaufen oder Gitternagen. Wenn selbst der Auslauf nicht mehr genug Spannung in den Alltag bringt, dann ist das Clickern eine sinnvolle Alternative.

 

3. Durch die persönliche Beschäftigung mit den Tieren steigt die Bindung zum Halter. Dieser wird für den Hamster interessant und sie beginnen sich mehr und mehr an ihm zu orientieren. Das Vertrauen wird gefestigt und die Fellnasen werden geistig auf Trab gehalten.

 

4. Der Grips der Fellnäschen wird geschärft. Wenn bereits andere Intelligenz- und Beschäftigungsspiele erfolgreich absolviert wurden, verlieren diese schnell den Reiz. Das System wurde verstanden und das Tierchen ist bereit etwas neues zu lernen. Hier steigt das Clickertraining ein.

 

5. Das Training gibt den Hamstern Sicherheit. Schüchterne oder eher ängstlichere Tiere werden zutraulicher und sind besser zu händeln. Das Clickern beschränkt sich zudem nicht auf das Einstudieren "sinnfreier Kunststückchen": Viele unangenehme Situationen wie das Einsteigen ins Hamstertaxi oder in die Transportbox können beim Clickertraining trainiert werden.

 


WICHTIGE REGELN VOR DEM CLICKERTRAINING


Da handesübliche Clicker für Hund oder Katze recht laut sind und das Hamsterchen mehr erschrecken als belohnen, eignen sich Kugelschreiber für das Clickern bei Hamster weitaus besser. 

 

  • Der Hamster darf mit dem Clickertraining nicht überfordert werden. Die Trainingseinheiten sollten eine Länge von 5-10 Minuten nicht überschreiten und wird bestenfalls in kleinere Einheiten unterteilt.
  • Die Übungen müssen in kleinste Teilschritte zerlegt und nach und nach aneinandergereiht und ausgebaut werden.
  • Das Clickergeräusch markiert das Ende der Aufgabe. Deshalb muss unbedingt darauf geachtet werden, dass zuerst geclickert wird und dann das Leckerchen zur Belohnung erfolgt.
  • Eine Trainingseinheit sollte immer positiv abschließen. Als Zeichen für eine abgeschlossene Einheit, kann das Hamsterfutter beispielsweise aus der Hand gefüttert werden und der Hamster darf so viel einpacken wie er möchte.
  • Das Clickgeräusch sollte ausschließlich das richtige Verhalten markieren nicht dazu verwendet werden das Tier zur Aufmerksamkeit zu rufen. Geclickert werden darf immer nur einmal, niemals mehrfach, das könnte den Hamster verwirren und schließlich auch frustrieren.
  • Das Timing ist besonders wichtig, darum sollte der Click genau dann erfolgen, wenn das gewünschte Verhalten erfolgt und nicht, sobald es abgeschlossen ist. Beispiel: Der Hamster soll ein kleines Hindernis überwinden statt daran vorbeizulaufen. (RICHTIG: Der Click erfolgt genau auf dem Hindernis. FALSCH: Der Click erfolgt nach Überwinden des Hindernisses.)

 


ERSTE SCHRITTE


GEWÖHNUNG AN DEN CLICKER

Um den Hamster vorsichtig an das neue Geräusch zu gewöhnen und es von Anfang an mit etwas positivem zu Verknüpfen ist es ratsam den Clicker schon vor Beginn des "eigentlichen" Trainings vorsichtig einzuführen. Dies kann beispielsweise passieren, wenn das Futterschälchen des Hamsters aufgefüllt wird, das Gemüse ins Gehege gestellt wird, oder der Hamster in den Auslauf darf.

 

Sobald die Furcht vor dem Clicker sich gelegt hat und das Tier Neugierde zeigt, kann mit dem nächsten Schritt gestartet werden. Je nach Zahmheit des Hamsters kann diese Übung im Gehege oder im Auslauf stattfinden. Das Training sollte immer aus freien Stücken stattfinden, darum sollte der Hamster jederzeit die Möglichkeit haben sich anderweitig zu beschäftigen.

 

VERKNÜPFUNG CLICKER - LECKERCHEN

Für das Training eignen sich am besten kleine, schnell hamsterbare Leckerchen. Diese sollten stets parat gehalten werden. Der erste Schritt im Clickertraining besteht darin nach einem Click unmittelbar ein Leckerchen zu füttern. Nach einigen Trainingseinheiten wird der Hamster schon bald verstanden haben, dass das Clicken ein Leckerli zur Folge hat und nach dem Klickgeräusch aufmerksam warten. Auch hier ist das Timing enorm wichtig. Zwischen dem Geräusch und dem Leckerchen darf keine allzugroße Zeitspanne vergehen, da der Hamster sonst die Verbindung nicht verstehen wird.

 

TARGETTRAINING

Als Target können verschiedene Objekte verwendet werden, beispielsweise ein Stift oder ein Rundholzstäbchen. Wir verwenden bei unseren Übungen unseren Zeigefinger als Target damit der Hamster lernt auf unsere Handzeichen zu reagieren und das Training mit der Hand zu verknüpfen. Diese Verbindung erleichtert später auch den allgemeinen Umgang mit dem Tier, da das Tier lernt unsere Hand mit etwas positivem zu verbinden.

 

Auch hier erfolgt zunächst eine Gewöhnung an das Target. Verwendet man seinen Finger, sollte dies für den Hamster nicht allzu neu sei. Im ersten Schritt wird jeder Blick in die richtige Richtung mit einem Click und einem Leckerchen belohnt. Sobald das klappt wird diese Übung etwas engmaschiger, der Click erfolgt nur, wenn sich der Hamster dem Finger zuwendet. Sobald dieser Schritt sitzt, erfolgt die Belohnung erst bei Berührung des Fingers. Dieser Schrit sollte ein bis zwei Trainingseinheiten lang trainiert werden, damit er auch richtig sitzt, denn darauf basieren alle anderen Übungen.

 


ERFOLGREICHES CLICKERN - TRAININGSIDEEN


Da der Hamster nun erfolgreich verstanden hat, dass für ihn eine Belohnung rausspringt, sobald er sich dem Finger zuwendet oder besser noch folgt ist es nun an der Zeit verschiedene Übungen auszuprobieren. Man sollte natürlich bedenken, dass ein Hamster kein Hund ist und das Überspringen von höheren Hindernissen auch aufgrund des eingeschränkten Sichtfeldes und seiner Anatomie eher ungeeignet ist. Dennoch gibt es zahlreiche "Tricks" die ihr eurem Hamster beibringen könnt.

 

>> FOLGE DEM FINGER

Diese Übung baut auf der bereits geleisteten Vorarbeit auf. Der Hamster wird neugierig auf den Finger zulaufen, während sich der Finger ein paar Zentimeter vom Hamster wegbewegt. Folgt der Hamster dennoch dem Finger oder schließt sogar bis zu diesem auf folgt ein Click plus Belohnung. Die Distanz kann nach und nach erweitert werden.

 

>> SLALOM

Um die Folgeübung etwas präziser zu gestalten, kann ein kleiner Slalom aufgebaut werden. Dieser sollte anfangs nicht mehr als 3 Absteckungen enthalten um den Hamster nicht zu überfordern. Nach jeder erfolgreich umwundenen Absteckung erfolgt die Belohnung. Wenn dieser Schritt sitzt, kann die Belohnung auf das Ende des Slaloms verzögert werden. Nach und nach kann der Pacour langsam um eine weitere Absteckung erweitert werden.


>> MÄNNCHEN MACHEN

Ein neugieriger und aufgeschlossener Hamster wird diese Übung schon sehr schnell verstanden haben. Um die gewünschte Position des Hamsters zu provozieren kann man vorsichtig den Finger samt Leckerchen über die Nase des Hamsters halten. Sobald die Vorderbeinchen den Boden nicht mehr berühren ist der richtige Zeitpunkt für den Click und die Belohnung. Die Höhe des Fingers sollte langsam und mit bedacht gesteigert werden.

 

>> ÜBERWINDEN EINES HINDERNISSES

Das Hindernis sollte nicht allzu hoch gewählt werden, es sollte maximal so hoch sein, dass es Überklettert beziehungsweise überstiegen werden kann. Folgt der Hamster bereits dem Finger, kann der Hamster langsam an das Hindernis herangeführt werden. Jede Annährung wird direkt mit einem Click und einem Leckerchen belohnt. Zu Beginn wird der Hamster zwar versuchen das Hindernis im letzten Augenblick zu umgehen, mit ausreichend kleinen Zwischenschritten wird aber schnell begriffen, dass er über das Hindernis klettern muss um an das Leckerchen zu kommen.

 

>> STEHEN AUF EINEM PODEST

Eine Abwandlung der Hindernissübung. Der Hamster soll lernen seine Vorderbeinchen auf einem Podest/ einer kleinen Pappschachtel abzustellen, während die Hinterbeine auf dem Boden bleiben. Alternativ kann dem Hamster auch beigebracht werden sich auf eine kleine Plattform zu setzen. Dies kann mit der Übung >>MÄNNCHEN MACHEN verknüpft werden.

Zunächst muss der Hamster an den zusätzlichen Gegenstand gewöhnt werden. Jede Annäherung wird mit einem Click und einer kleinen Belohnung belohnt. So wird der Hamster schnell lernen, dass in dieser Übung das Podest im Vordergrund steht. Der Hamster wird nun auf das Podest gelockt, wichtig ist es hier, dass sehr präzise geklickt wird, damit der Hamster versteht, dass es er das Podest nicht überwinden soll.

 

>> DURCHQUEREN EINES RINGS

Die Übung ist ähnlich aufgebaut wie die Hindernissübung, allerdings etwas komplizierter, da der Finger den Weg nicht 1:1 vorgeben kann. Der Hamster muss zum ersten Mal lernen, dass er dem Finger, der über das Hindernis hinwegzeigt, nicht folgen kann. Zu Beginn dieser Trainingseinheit wird der Hamster bereits dann belohnt, wenn er den Ring mit einem oder mehreren Füßchen durchsteigt.

 

>> DURCHQUEREN EINES TUNNELS

Um diese Übung durchzuführen ist es ratsam vorher den Trainingsschritt >>DURCHQUEREN EINES RINGES zu absolvieren. Ideal sind verbundene Röhrenelemente die zu Beginn noch sehr kurz sind, später aber weiter ausgebaut werden können um den Schwierigkeitsgrad der Übung zu steigern. Hier liegt die Schwierigkeit für den Hamster wieder darin, dass er dem Finger nicht unmittelbar folgen kann. Schnuppert der Hamster in den Tunnel, steckt seinen Kopf und vielleicht schon den ein oder anderen Fuß hinein, erfolgt die Belohnung. Wenn der Hamster die Durchquerung nicht verstehen will, kann es hilfreich sein im Inneren des Tunnels Leckerchen auszulegen.

 

>> ANSCHUBSEN EINER KUGEL

Hier wird wieder jede Annäherung an das Objekt belohnt. Besonders gut lässt sich der Hamster daran gewöhnen, wenn es sich bei der Kugel um einen befüllbaren Futterball handelt. Diese belohnt den Hamster "automatisch" sobald er diesen bewegt. 

 


IDEEN FÜR EINEN ABWECHSLUNGSREICHEN PACOUR


Um das Training auch etwas ansprechender zu gestalten gibt es zahlreiche Möglichkeiten:


In der Gebrauchsanweisung "Goldhamster" (erhältlich im Leckerlishop) findet ihr neben vielen spannenden Informationen auch interessantes Infomaterial rund ums Klickern. Besonders schön sind zahlreiche Bastelanleitungen für Hindernisse und Parcourelemente, welche ihr mit wenigen Hilfsmitteln und etwas Pappkarton ganz einfach selbst basteln könnt.


Unsere "Trainingsstrecke" wurde liebevoll von Hamsterhausen gestaltet und findet besonderen Anklang bei den Plüschkugeln. Die Hindernisse mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden sind so kontruiert, dass sie gut zu überwinden und nicht zu steil oder hoch gebaut sind.

EINFACHE ELEMENTE

MITTELSCHWERE ELEMENTE

SCHWERE ELEMENTE

DAS HINDERNIS


Die Hindernisse sollten einen stabilen Stand aufweisen und maximal so hoch gewählt werden, dass der Hamster diese übersteigen kann. Der Hamster versteht relativ zügig, dass er diese überwinden muss und nicht daran vorbeilaufen darf.



DIE RAMPE


Ein ebenfalls leicht verständliches Element. Die Steigung sollte eher flach ausfallen und nicht zu steil gewählt werden um keinen Risikofaktor darzustellen.





DER RING


Neben einem stabilen Standfuß sollte man dem Durchmesser besondere Beachtung schenken. Für Mittelhamster sollte dieser Mindestens 7cm betragen. Zudem sollte die Höhe des Druchgangsloches eher niedrig gewählt werden, damit der Hamster problemlos hindurchsteigen kann.



DER SLALOM


Die fest stehende Bodenplatte und die weiter auseinandergestellten Pylonen lassen der Gestaltung soweit freien Lauf. Gerade zu Beginn tut man sich einen großen Gefallen, wenn die Abstände großzügiger gewählt sind.





DER TUNNEL


Für den Anfang ist es einfacher wenn das Tunnelelement eher kurz ist und die Kontruktion einen sicheren Stand hat und nicht verrutschen kann. Leichter ist es zudem, wenn der Tunnel auf dem Boden liegt, wer es etwas schwieriger gestalten möchte kann das Tunnelelement wie auf dem Bild links erhöhen.